Metal ist tot. Schon wieder. Oder vielleicht war er einfach nie lebendiger.
Im dritten Teil unserer Metal-Reihe versuchen wir deshalb gar nicht erst, die vergangenen 25 Jahre brav in Subgenres zu sortieren. Gemeinsam mit Gitarrist und Produzent Axel Ritt sowie Marcus Görner vom Metal Marcus Metal Podcast geraten Markus und Lars stattdessen mitten hinein in die große Identitätskrise des modernen Metal:
Was bedeutet eigentlich „authentisch“ – ehrlich zu sein oder lediglich genau so zu klingen, wie andere es bereits kennen?
Von Manowars grauenhaftem True-Metal-Pathos über Ghost, Sleep Token und Electric Callboy bis zu Black Metal mit Banjo geht es um die Frage, wer heute noch festlegen darf, was Metal ist. Reicht das richtige Riff? Braucht es eine Szene, eine Kutte oder wenigstens eine glaubwürdige Fellunterhose? Und warum akzeptieren wir Masken, Kunstfiguren und aufwendige Bühnenshows – regen uns aber über Backingtracks auf?
Wir sprechen über Wacken als gigantisches Treffen zahlreicher Szenen, über Genrepolizei und Generationenkonflikte, über Retro-Rock zwischen liebevoller Traditionspflege und nahezu perfekter Kopie. Wann ist ein musikalisches Vorbild eine Inspiration – und wann lebt eine Band nur noch als gut gekleideter Parasit auf dem Rücken der Vergangenheit?
Axel nimmt uns außerdem mit hinter die Studiotür: in eine Welt aus DAWs, Drum-Samples, Amp-Simulationen und Presets, in der technisch perfekte Produktionen paradoxerweise immer ähnlicher klingen können. Wenn Tausende Gitarristen dasselbe Plugin und dieselbe Signalkette verwenden, wie viel Persönlichkeit bleibt dann noch im Ton? Und wäre ein nicht ganz perfekter, aber unverwechselbarer Sound möglicherweise das modernere Statement?
Schließlich landen wir bei künstlicher Intelligenz und einem Gedankenexperiment: Wenn eine Maschine morgen einen vollkommen überzeugenden neuen Neil-Young-Song erschafft – berührt uns dann die Musik oder fühlen wir uns lediglich besonders kunstvoll belogen?
Eine Folge über Originale und Kopien, echte Gefühle und kalkulierte Wirkung, schwarze Löcher der Euphorie und die beruhigende Erkenntnis, dass Metal offenbar sogar seine eigenen Todesanzeigen überlebt.
Und Lars fällt am Ende ein abschließendes Urteil: Electric Callboy ist kein Metal. Punkt.
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Diese Links sind redaktionelle Ergänzungen und wurden nicht ausdrücklich in der Sendung versprochen:
Lars und Markus schlagen sich gegenseitig ein Album vor, das dann subjektiv auseinandergenommen wird. Wir vergeben Punkte zwischen 1 (mies) und 10 (genial). Es gibt immer jede Menge Gesprächsstoff!
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